Kosten & Förderung

Photovoltaik-Förderung 2026: Alle Zuschüsse im Überblick

Von Dr. Katharina SonnebornAktualisiert am 8. Juni 20266 Min. Lesezeit

Photovoltaik-Förderung 2026: Einspeisevergütung, KfW 270, Nullsteuer und regionale Zuschüsse. Eine Energieberaterin erklärt, was sich wirklich lohnt.

Photovoltaik-Förderung 2026: Alle Zuschüsse im Überblick
Inhaltsverzeichnis
  1. Die Nullsteuer ist die wichtigste Förderung, und keiner merkt sie
  2. Einspeisevergütung 2026: warum sie kaum noch der Grund zum Kaufen ist
  3. KfW 270: der Kredit, den die meisten gar nicht brauchen
  4. Wo das echte Geld liegt: Städte, Gemeinden und Bundesländer
  5. Die Reihenfolge entscheidet über bares Geld
  6. Was unterm Strich ankommt

Vor zwei Wochen saß bei mir ein Ehepaar aus der Nähe von Augsburg am Tisch, beide um die sechzig, und die erste Frage war wörtlich: “Wir wollen die Förderung mitnehmen, solange es sie noch gibt. Wie viel Geschenk vom Staat bekommen wir?” Ich musste ein bisschen die Erwartung bremsen. Den großen Scheck für die Solaranlage, den es vor zehn Jahren teilweise gab, gibt es so nicht mehr. Stattdessen ist die Förderung heute ein Flickenteppich aus Steuervorteil, einer schrumpfenden Vergütung und ein paar regionalen Töpfen, die man kennen muss. Wer die richtig kombiniert, holt sich trotzdem ein paar hundert bis ein paar tausend Euro. Wer blind kauft, verschenkt sie.

Die Nullsteuer ist die wichtigste Förderung, und keiner merkt sie

Seit dem 1. Januar 2023 zahlen Sie auf den Kauf und die Montage einer Photovoltaikanlage bis 30 kWp null Prozent Umsatzsteuer. Das gilt auch 2026 unverändert, und es ist unbefristet. Klingt unspektakulär, ist aber die mit Abstand größte Entlastung.

Rechnen Sie kurz mit. Eine typische 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet schlüsselfertig irgendwo zwischen 15.000 und 22.000 Euro. Hätten Sie darauf die regulären 19 Prozent gezahlt, wären das gut 2.400 bis 3.500 Euro mehr gewesen. Diese Summe spart Ihnen die Nullsteuer, ohne dass Sie einen einzigen Antrag stellen. Der Fachbetrieb stellt die Rechnung einfach ohne Mehrwertsteuer aus. Genau deshalb fällt sie kaum jemandem als “Förderung” auf, dabei ist sie genau das.

Wichtig: Die Nullsteuer gilt für die Lieferung an den Endkunden auf oder in der Nähe einer Wohnung. Speicher, Wechselrichter, das Montagematerial und die Arbeitszeit sind eingeschlossen. Eine separate Wallbox dagegen nicht.

Einspeisevergütung 2026: warum sie kaum noch der Grund zum Kaufen ist

Für jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz schicken, bekommen Sie eine feste Vergütung über 20 Jahre. Die Höhe hängt vom Monat der Inbetriebnahme ab und davon, ob Sie teilweise oder voll einspeisen.

Anlagengröße Teileinspeisung Volleinspeisung
bis 10 kWp 7,78 ct/kWh 12,34 ct/kWh
10 bis 40 kWp 6,73 ct/kWh 10,35 ct/kWh
40 bis 100 kWp 5,50 ct/kWh 10,35 ct/kWh

(Stand 1. Februar bis 31. Juli 2026. Die Sätze für Neuanlagen sinken halbjährlich um ein Prozent.)

Sie sehen das Problem sofort. 7,78 Cent. Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet Sie 2026 je nach Tarif rund 30 bis 35 Cent. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist also etwa viermal so viel wert wie eine, die Sie einspeisen. Die ganze Wirtschaftlichkeit einer modernen Anlage hängt am Eigenverbrauch, nicht an der Einspeisevergütung. Die Vergütung ist heute eher das Trostpflaster für den Überschuss, den Sie im Sommer mittags eh nicht loswerden.

In meiner Beratung drehe ich die Frage deshalb um. Nicht “wie viel speise ich ein”, sondern “wie viel Strom kann ich selbst zur richtigen Zeit nutzen”. Ein Speicher, ein zeitlich gesteuerter Warmwasserspeicher oder das E-Auto, das tagsüber lädt, bringen Ihnen finanziell mehr als jedes Vergütungsmodell.

Ein ernster Hinweis noch, weil mich das Paar aus Augsburg genau danach fragte: Das Bundeswirtschaftsministerium plant, die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 kWp abzuschaffen und durch eine verpflichtende Direktvermarktung über die Strombörse zu ersetzen. Wann genau das kommt, war bei Redaktionsschluss offen. Wer 2026 in Betrieb geht, bekommt seine 20 Jahre nach heutigem Recht aber garantiert. Das ist ein realer Grund, eine ohnehin geplante Anlage nicht ewig zu schieben.

KfW 270: der Kredit, den die meisten gar nicht brauchen

Der bundesweite Klassiker ist das KfW-Programm 270 “Erneuerbare Energien Standard”. Damit lassen sich bis zu 100 Prozent der Kosten finanzieren, inklusive Planung, Montage und Netzanschluss. Beantragt wird er nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank, und zwar bevor Sie loslegen.

Nur: Der effektive Jahreszins liegt 2026 im günstigsten Fall bei etwa 3,82 Prozent. Das ist kaum besser als ein normaler Modernisierungskredit, und für ein einzelnes Einfamilienhaus geben manche Banken das Programm gar nicht erst gern heraus, weil der Aufwand sich für sie nicht lohnt. Wer Erspartes hat, fährt fast immer günstiger, wenn er einfach bar zahlt. Interessant wird der Kredit eigentlich erst bei größeren Anlagen oder wenn das Eigenkapital komplett fehlt.

Wo das echte Geld liegt: Städte, Gemeinden und Bundesländer

Direkte Zuschüsse, also Geld, das Sie nicht zurückzahlen, kommen 2026 fast nur noch von der Kommune oder dem Bundesland. Hier lohnt sich ein Nachmittag Recherche wirklich, denn die Spannweite ist groß und die Programme heißen überall anders.

  • Stuttgart: bis zu 300 Euro pro kWp für Aufdachanlagen, bis 450 Euro pro kWp bei Fassade oder Gründach.
  • Berlin: 500 bis rund 4.750 Euro, vor allem in Kombination mit Speicher.
  • Köln: Pauschalen von 1.500 bis 2.500 Euro je nach Anlagengröße.
  • Regensburg: 100 Euro pro kWp, gedeckelt auf 1.500 Euro.
  • Balkonkraftwerke: viele Städte zahlen separat 50 bis 500 Euro.

Diese Liste ist nur eine Stichprobe. Ihre eigene Stadt müssen Sie selbst prüfen, am besten über die Suche “Förderung Photovoltaik” plus Name Ihrer Gemeinde, dazu die Seite Ihres Bundeslandes und die Ihres örtlichen Stadtwerks. Letztere fördern erstaunlich oft, gerade Speicher.

Zwei Dinge, die in den großen Übersichten gern untergehen und die ich aus der Praxis wichtig finde:

Erstens sind viele Bundesländer raus. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen haben aktuell keine eigene Landesförderung für private Aufdachanlagen. Wer dort wohnt, sollte sich nicht auf das Land verlassen, sondern direkt auf die Kommune und das Stadtwerk schauen.

Zweitens sind die kommunalen Töpfe gedeckelt. Das Geld für das Jahr ist irgendwann weg, und dann ist Schluss bis zum nächsten Haushalt. Ich habe Kunden erlebt, die im November leer ausgingen, weil der Topf im September leergelaufen war. Wenn es in Ihrer Stadt ein Programm gibt und Sie ohnehin bauen wollen, beantragen Sie früh im Jahr.

Die Reihenfolge entscheidet über bares Geld

Der häufigste teure Fehler in meiner Beratung hat nichts mit Technik zu tun. Es ist die Reihenfolge. Fast alle Zuschuss- und Kreditprogramme verlangen, dass der Antrag gestellt ist, bevor die Maßnahme beginnt. “Beginn” heißt dabei oft schon: Liefervertrag unterschrieben oder Anlage bestellt. Wer erst kauft und dann nach Förderung sucht, schaut durch die Röhre.

So gehe ich mit meinen Kunden vor:

  1. Erst ein konkretes Angebot eines Fachbetriebs einholen, aber noch nichts unterschreiben.
  2. Mit den Eckdaten (kWp, Speichergröße, Kosten) prüfen, welche kommunalen und Landeszuschüsse es gibt.
  3. Zuschuss und gegebenenfalls KfW-Kredit beantragen und die Bewilligung abwarten.
  4. Erst dann den Auftrag erteilen.
  5. Nach Inbetriebnahme die Anlage im Marktstammdatenregister anmelden, das ist Pflicht und kostenlos, sonst kann es Ärger mit der Vergütung geben.

Die Nullsteuer und die Einspeisevergütung laufen dagegen ohne Antrag, die müssen Sie nicht extra “holen”.

Was unterm Strich ankommt

Für eine durchschnittliche 10-kWp-Anlage mit Speicher in einer Stadt mit kommunalem Programm sieht die Förderung 2026 grob so aus: rund 2.400 bis 3.500 Euro durch die Nullsteuer, dazu vielleicht 500 bis 1.500 Euro kommunaler Zuschuss, plus die Einspeisevergütung über 20 Jahre für den Überschuss. Der KfW-Kredit ist optional und für viele verzichtbar.

Das Paar aus Augsburg wohnt in Bayern, also ohne Landesförderung. Wir haben am Ende einen Zuschuss des örtlichen Stadtwerks für den Speicher gefunden, etwas über 600 Euro, plus die ohnehin greifende Nullsteuer. Kein Geldregen, aber zusammen mit dem hohen Eigenverbrauch rechnet sich die Anlage in gut elf Jahren. Genau das ist 2026 der Punkt: Die Förderung macht den Einstieg leichter, tragen muss sich die Anlage über den selbst genutzten Strom. Wenn Sie nur eine Sache mitnehmen, dann diese: erst den Antrag, dann den Vertrag.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Einspeisevergütung für Photovoltaik 2026?+

Für Anlagen bis 10 kWp gibt es bei Teileinspeisung 7,78 Cent pro Kilowattstunde, bei Volleinspeisung 12,34 Cent. Der Satz gilt ab dem Monat der Inbetriebnahme für 20 Jahre und sinkt für neue Anlagen alle sechs Monate um ein Prozent.

Gibt es 2026 noch einen Zuschuss für die Photovoltaikanlage?+

Bundesweit gibt es keinen direkten Investitionszuschuss mehr, nur den KfW-Kredit 270 und die Nullsteuer beim Kauf. Direkte Zuschüsse kommen fast nur noch von Städten und Gemeinden, typisch 100 Euro pro kWp oder Pauschalen zwischen 500 und 1.500 Euro, oft gekoppelt an einen Speicher.

Muss ich die Förderung vor dem Kauf beantragen?+

Bei fast allen Zuschuss- und Kreditprogrammen ja. Wer den Vertrag schon unterschrieben hat oder die Module bestellt, bekommt nachträglich in der Regel nichts mehr. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt sein. Nur die Nullsteuer und die Einspeisevergütung laufen automatisch.

Lohnt sich der KfW-Kredit 270 für ein Einfamilienhaus?+

Meistens nicht besonders. Der effektive Jahreszins liegt 2026 im günstigsten Fall bei rund 3,82 Prozent, das ist oft kaum besser als ein normaler Ratenkredit der Hausbank. Wer Eigenkapital hat, fährt damit häufig günstiger.

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